Einzelkämpfer oder Teamplayer? Warum Verbundstrategien Konjunktur haben

 

Die wichtigsten Aspekte

  • Die Kassen spielen verstärkt die Leistungserbringer gegeneinander aus. Verbundstrategien können regionale Rabattschlachten eindämmen.
  • Der Einstieg in Verbundlösungen gelingt über abgrenzbare Projekte, vor allem über Service- oder Stabsaufgaben (Küche, IT, Marketing, u. v. m.).
  • Strategiebeschlüsse und ein gemeinsames Logo sind nur erste Bausteine. Die Kernaufgaben folgen dann.
  • Eine langfristige Perspektive (Vision) und ein langer Atem sind nötig, gerade, wenn altgewachsene kommunale Strukturen einen Verbund anstreben.
  • Leistungsplanung und Schwerpunktbildung sind die sensibelsten Themen, da die Vorbehalte der Chefärzte, Patienten und Einweiser schwerer wiegen als nackte Zahlen.
  • Klare Meilensteine und gute Kommunikation sind daher entscheidend.

Einzelkämpfer oder Teamplayer? Warum Verbundstrategien Konjunktur haben

Die Mehrzahl der deutschen Krankenhäuser ist „klein“. Um ihre Marktmacht auszuspielen, müssen sie Verbundlösungen anstreben.

Können Sie es auch nicht mehr hören?

Je nach Prophet soll ein Viertel bis ein Drittel der deutschen Krankenhäuser vom Aussterben bedroht sein. Die Adressaten der Drohung sind klar: 57 Prozent der 2.087 deutschen Krankenhäusern haben weniger als 200 Betten. Angeblich sind sie zu klein zum Überleben. Doch das große Kliniksterben blieb bislang aus. Dafür gibt es drei Gründe: Auch kleine Häuser „können gute Medizin“, können gut wirtschaften und sie sind in der Region verwurzelt, genießen also die Unterstützung der Bevölkerung und der Politik.

Outsourcing ist zu kurz gedacht

Doch auch „die Kleinen“ müssen den Kostendruck auffangen und gleichzeitig besser werden im Service, in den Prozessen und im Marketing. Lösungsansätze finden sich unter dem Schlüsselbegriff „Verbundstrategie“. Nicht als passive „Notgemeinschaft“, sondern als aktive strategische Partnerschaft, die je nach Thema sogar trägerübergreifend und Kreisgrenzen überschreitend gestaltet werden kann.

Die ersten Schritte sind oftmals klein aber entscheidend: Ist die Krankenhausküche sanierungsbedürftig, kann die Versorgung mehrerer Häuser mit einer zentralen Cook-and-chill-Küche ein Einstieg zur Zusammenarbeit sein. Erhebliche Ressourcen liegen in der Apothekenversorgung sowie in einer abgestuft zentralisierten Laborversorgung. Die IT erfordert mittlerweile schlagkräftige Abteilungen mit breitem Fachwissen, was sich viele Häuser allein nicht leisten können. Gemeinsame Ausschreibung gleicher IT-Systeme sparen enorme Summen ein und sichern den Support.

Spätestens das Thema Mindestmengen sollte die Häusern einer Region an einen Tisch bringen. Erreichen einzelne Häuser die Zahlen nicht, können Schwerpunkte vereinbart werden, um die Leistungen in der Region zu halten. Gemeinsame Stabsstellen arbeiten effizienter und professioneller. Das gilt insbesondere für die betriebliche Steuerung durch qualifizierte kaufmännische und medizinische Controller. Über eine zentrale Einkaufsabteilung oder den Beitritt zu einem Einkaufsverbund gelangt man an Lieferantenrabatte. Auch die Bündelung des Marketings (Stichwort: Internet) und Einweisermanagements, evtl. unter einer Dachmarke, bringt stärkere Wirkung bei sinkenden Kosten.

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