Vergleichstabelle KTQ - DIN ISO

Die Zertifizierungsverfahren mit ihren Vor- und Nachteilen

 

Hinweis: Dieser Vergleich dient lediglich zur ersten Orientierung. Für Ihre Einrichtung bzw. Ihr Unternehmen könnten ggf. andere oder zusätzliche Entschiedungskriterien wichtig sein. Bitte kontaktieren Sie uns in Zweifelsfällen.

Wichtig ist, das strategisch richtige System zu wählen, welches am besten zu Ihren Zielen, Ihrer Struktur und Ihren Ressourcen passt. Denn diese Entscheidung bestimmt langfristig die Qualitätsarbeit und den dazu nötigen Aufwand für das gesamte Unternehmen inkl. angeschlossener Unternehmensteile.


 

KTQ

DIN EN ISO 9001:2008

Gesetzliche Anforderung

Für Akutkrankenhäuser ist nur ein QM-System, jedoch kein Zertifikat gefordert. Stationäre Rehaeinrichtungen benötigen wiederum ein Zertifikat.

Das KTQ-Verfahren ist kein echtes Qualitätsmanagement-System, sondern dient zur branchenspezifischen Bewertung eines existierenden QM-Systems.

Die DIN ISO ist bereits ein vollwertiges Qualitätsmanagementsystem.

Benötigtes QM-System

Als Basis ist ein Qualitätsmanagementsystem wie z. B. DIN ISO oder EFQM nötig. Häufig wird nach „Marke Eigenbau“ gearbeitet.

Als Basis ist ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN ISO erforderlich.

Gültigkeitsdauer

3 Jahre.

3 Jahre.

Überwachungsaudits

Nein.

Ja, jährlich.

Inhaltliche Gliederung

KTQ-Kategorien
(Bsp. Katalog für Krankenhäuser):


1 Patientenorientierung

2 Mitarbeiterorientierung

3 Sicherheit im Krankenhaus

4 Informationsmanagement

5 Führung

6 Qualitätsmanagement

DIN-Kapitel:

1. Qualitätsmanagementsystem

2. Verantwortung der Leitung

3. Management der Ressourcen

4. Dienstleistung und Produktrealisierung

5. Messung, Analyse und Verbesserung

Für wen geeignet?

Klarer Branchenbezug für Gesundheitsbereiche. Nur für bestimmte Leistungsbereiche im Gesundheitswesen geeignet, i.d.R. jeweils mit separatem KTQ-Katalog und entsprechendem Selbstbewertungsbericht.

Eine Zertifizierung ist prinzipiell branchenübergreifend und für beliebige Bereiche möglich, von der Holding bis zum Archiv, vom Krankenhaus bis Servicegesellschaft.

 

Verbundzertifizierung und vernetzte Zertifizierungen, die unterschiedliche Leistungsbereiche oder Standorte zusammenfassen, sind in bestimmten Konstellationen möglich.

Tipp: Klären Sie frühzeitig, ob eine Verbund- oder vernetzte Zertifizierung wirklich Vorteile gegenüber Einzelzertifizierungen bringt. Je nach Lage müssen trotzdem separate Selbstbewertungsberichte erstellt werden. Es kann andererseits auch Schwierigkeiten bereiten, die Inhalte aus unterschiedlich funktionierenden Leistungsbereichen in einen Selbstbewertungsbericht zu packen.

In der Regel ist je GmbH oder ähnliche Rechtsform eine Zertifizierung nötig.

Es können diverse Leistungsbereiche eines Verbundes einheitlich auf Zertifizierungen vorbereitet werden. Dadurch können Synergien genutzt werden.

Wesentliche Unterschiede für Praktiker

Es werden von der KTQ zunehmend im Detail vorgegebene Prozesse/Regelungen abgefragt, die in einem Selbstbewertungsbericht erläutert werden müssen. Der konkrete Fragenkatalog, der nach „plan-do-check-act“ fragt, ist dabei eine leicht verständliche Stütze. Durch den KTQ-Katalog sind die Anforderungen weitgehend klar definiert und können „abgearbeitet“ werden.

Dabei müssen so viele Anforderungen erfüllt werden, dass aus Sicht der Visitoren die Mindestpunktzahl erreicht wird.

Die Erstellung des Selbstbewertungsberichts ist sehr aufwendig. Alle drei Jahre ist für den Bericht im Großen und Ganzen derselbe Aufwand erforderlich.

 

Die DIN ISO gibt nur ein grobes Gerüst vor und die Begriffe der DIN-ISO-Welt müssen für die Gesundheitsbereiche „übersetzt werden“.

Dadurch ist insbesondere für Erstzertifizierungen ein hohes Maß an Eigenleistung für den Aufbau des QM-Systems gefragt. Dazu gehört die selbstständige Erstellung einer „Prozesslandschaft“ sowie die Definition und Beschreibung von Prozessen. Es ist weitgehend frei definierbar, welche Prozesse geregelt und dokumentiert werden.

Das bietet ein hohes Maß an Freiheit, die Qualitätsmaßstäbe und konkreten Qualitätsziele selbst zu definieren. Letztlich werden dadurch auch die Zertifizierungsanforderungen im Wesentlichen selbst bestimmt.

Nach der Aufbauphase und dem ersten Zertifizierungsaudit kann sich die Einrichtung auf konkrete Qualitätsprojekte und die Fortentwicklung des Systems konzentrieren.

 

Die (vorgegebenen und selbst definierten) QM-Regelungen und Prozesse müssen nicht nur erarbeitet und fortentwickelt werden, sondern zusätzlich inhaltlich im Selbstbewertungsbericht beschrieben werden. Das verursacht in der Praxis doppelten Aufwand.

Die erarbeiteten Prozesse und Regelungen dienen unmittelbar als Grundlage für die Zertifizierung, z. B. in Form eines QM-Handbuchs.

Bei neuen Katalog-Versionen ändern sich die Inhalte und Vorgaben. Dadurch wird die QM-Arbeit des Hauses stark durch die Vorgaben des KTQ-Katalogs bestimmt.

Die Schwerpunkte der QM-Arbeit, sowie die dafür nötigen Ressourcen, werden selbst bestimmt.

Der 3-Jahres-Abstand der Zertifizierungen führt in der Praxis häufig dazu, dass zwischenzeitlich weniger Aufwand für die QM-Arbeit betrieben wird.

Die jährlichen Überwachungsaudits zwingen zu kontinuierlicher QM-Arbeit.

Es werden regelmäßige interne Audits erwartet.

Es werden regelmäßige interne Audits explizit gefordert.

Es wird im KTQ-Katalog zunehmend nach konkreten Kennzahlen und systematischer Überprüfung („Check“) sowie abgeleiteten Maßnahmen („Act“) gefragt.

Die Ziel-/Ergebniserreichung muss gemessen werden, bei Abweichungen muss eingegriffen werden. Dazu nötige Ziele und Kennzahlen werden selbst definiert.

Kombinationen mit anderen Zertifikaten

Als Grundlage für Zentrumszertifizierung ist sowohl ein KTQ- als auch ein DIN ISO-Zertifikat geeignet.

(Außen-) Wirkung

Zertifikate sind derzeit für Einweiser und Patienten kein ausschlaggebendes Entscheidungsmerkmal. Ausnahmen könnten für Zentren gelten. Der Bekanntheitsgrad von Zertifikaten wie KTQ bei Patienten dürfte gegen Null gehen. Einzig der „TÜV“ als Zertifizierungsstelle (DIN ISO) dürfte allgemein bekannt sein.

Zertifikate sind derzeit von punktuellen Ausnahmen abgesehen noch kein wesentlicher Faktor für die Kostenträger.

Kosten

Für die meisten KTQ-Verfahren gibt es definierte Zertifizierungsdauern, aus denen sich über den festgelegten Tagessatz der Visitoren zuzüglich Fixgebühren die Preise ableiten lassen. Für neuere Verfahren kann dies Verhandlungssache sein.

Für DIN-ISO-Zertifizierungen schwanken die Kosten deutlich je nach Zertifizierungsstelle.

Für die Erstzertifizierung eines 400-Betten-Krankenhauses liegen die Kosten für einen 3-Jahreszeitraum (inkl. Überwachungsaudit) im Vergleich nahe beieinander. Ab der Rezertifizierung kann das DIN ISO-Verfahren je nach Anbieter deutlich günstiger sein. Wichtig ist, verschiedene Angebote einzuholen! Der größte Kostenblock entsteht jeweils durch den internen Personalaufwand.
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