KTQ-Zertifizierung für Reha-Einrichtungen

- Das KTQ-Verfahren. Infografik © JOMEC GmbH.
Seit Januar 2006 ist die rund einjährige Pilotphase des KTQ-Zertifizierungsverfahrens für Reha-Einrichtungen abgeschlossen. Dabei wurde das bereits bewährte Verfahren für die Rehabilitation adaptiert. Ab sofort können reguläre Verfahren nach dem KTQ-Reha-Katalog 1.0 begonnen werden.
Auch wenn bislang nur wenige Rehabilitationseinrichtungen KTQ-zertifiziert wurden, dürfte sich das KTQ-Verfahren als vorteilhaft für die Einrichtungen herausstellen. Grund: In die Entwicklung des spezifischen Reha-Verfahrens sind jahrelange Erfahrungen aus dem Krankenhaus-Bereich eingeflossen. Dadurch ist - analog zum Verfahren für Akut-Krankenhäuser - die Systematik klar und einfach zu verstehen und es liegt ein sehr konkreter Fragenkatalog zugrunde. Auch der Verfahrensweg ist übersichtlich und stringent.
Mittlerweile sind 405 deutsche Akutkrankenhäuser KTQ-zertifiziert, was KTQ („Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen“) zu einem Quasi-Standard gemacht hat. Die Kostenträger erkennen ein KTQ-Zertifikat voll an.
Die Laufzeit des Reha-Zertifikats beträgt wie auch bei Akutkrankenhäusern drei Jahre. Es wird von der IQMP GmbH (Integriertes Qualitätsmanagement-Programm-Reha) anerkannt. Gegen Gebühr wird nach bestandener KTQ-Visitation ohne weitere Prüfung auch ein IQMP-Zertifikat ausgestellt.
Externe Unterstützung sorgt für Stringenz und damit für ein kostengünstiges Verfahren
Häufig wird von Krankenhäusern und Einrichtungen externe Unterstützung in Anspruch genommen, um das interne Qualitätsmanagement-System aufzubauen, die Zertifizierungsreife anhand von Erfahrungswerten abzuschätzen, Mitarbeiter zu schulen sowie die Zertifizierung effizient und zügig vorzubereiten. Externe Erfahrungen schützen auch vor einem „Verzetteln“ in der Vorbereitung. Das kann durchaus wörtlich genommen werden, denn zur Visitation muss eine Vielzahl von Arbeits- und Dienstanweisungen, Nachweise für sicherheitsrelevante Prüfungen u.ä. vorgelegt werden. Diverse konzeptionelle Papiere werden häufig erst im Hinblick auf die Zertifizierung von Arbeitsgruppen erarbeit.
Um die nötige Beteiligung und Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen und Hierarchiebenene zu gewährleisten, ist eine exakte Planung, Steuerung und Koordination wichtig.
Damit können unnötige Personalkosten vermieden werden. Der unserer Meinung nach fast noch wichtigere Aspekt ist jedoch, dass eine ineffiziente Vorbereitung zu Lasten der Motivation der beteiligten Mitarbeiter geht. Diese Motivation ist aber ausschlaggebend für den Erfolg der Zertifizierung.
Kurz vor der Visitation ist eine Probevisitation mit Übung der "Kollegialen Dialoge" nützlich. Diese Gespräche, bei denen die Visitoren die Mitarbeiter einzelner Bereiche im Anschluss an die jeweiligen Begehungen befragen, sind oft der Knackpunkt einer Visitation. Auch wenn keine Antworten auswendig gelernt werden können, so sollten rechtzeitig Wissenlücken aufgedeckt und Sicherheit im Auftreten und im Verhalten in der ungewohnten „Prüfungssituation“ vermittelt werden.